Tag 237: Manuel Antonio

Wer denkt, er hat bereits viele wilde Tiere in Costa Rica gesehen, wird in Manuel Antonio noch einmal richtig überrascht: Bereits bei der Ankunft in meinem Hostel, das aussieht wie ein riesiges Baumhaus, sehe ich zwei bunte Tukane und abends fliegt ein Schwarm roter Aras mit großem Gekreische über das Dach.

Der Nationalpark legt nochmal eins drauf: Es gibt ein Faultier an jedem fünften Baum, Kapuzineräffchen turnen auf den Ästen herum und Brüllaffen verteidigen lautstark ihr Territorium, während die flinken Waschbären Essen aus den Rucksäcken der Touris klauen.

Tag 233: La Fortuna

Welch ein Glück! Ich treffe auf der Nachttour in Monteverde einen anderen Reisenden, der sich ein Auto gemietet hat und mich am nächsten Tag bis nach La Fortuna mitnimmt.

Das Dorf liegt hinter einer breiten Lagune, um die wir herumfahren müssen. Hinter dem Wasser kommt der gewaltige Vulkan El Arenal zum Vorschein, der vor ein paar Jahren noch Lava und Asche gespuckt hat und bis heute zu den aktivsten Vulkanen der Welt gehört. Mit dem Bus würde die Fahrt mit Umsteigen einen ganzen Tag dauern mit dem Auto sind wir in vier Stunden am Ziel.

Die kommenden Tage verbringe ich damit, mit Leuten aus meinem Hostel rund um den Vulkan Wanderungen zu unternehmen, altes Lavagestein anzufassen und seltene Vögel zu entdecken. Die Belohnung nach drei Tagen Hiking: Ein Ausflug zu einem Hot Spring River! Durch die Aktivität des Vulkans ist das Wasser des Flusses angenehm warm und sprudelt um unsere müden Beine und Füße.

Tag 229: Monteverde

Ich bin im Dschungel! Einen ganzen Tag habe ich gebraucht, um mit dem Bus von der Pazifikküste bis nach Monteverde zu kommen, einem Nebelwaldgebiet in der Cordillera de Tilarán. Doch es lohnt sich: In den Nationalparks von Monteverde wandere ich stundenlang durch den dichten, unendlichen Regenwald und entdecke Faultiermamas mit Babys, grüne Giftschlangen und den seltenen Quetzal.

Die beliebten Santa Elena- und Monteverde-Reservate sind allerdings Tourimagnete. Tipp: Den allerersten Bus zum Nationalpark nehmen und bereits frühmorgens durch den Park wandern. So entgeht ihr den Touri- und Regenmassen am Nachmittag und seht mehr Tiere. Oder ihr besucht eins der kleineren Reservate: Im CuriCancha-Reservat zum Beispiel ist es entspannt leer. Der Park ist das Zuhause tausender Vögel darunter Kolibris in allen möglichen Farbkombinationen.

Besonders spannend ist die Nachttour: Kurz vor Mitternacht treffe ich mich mit ein paar anderen Leuten aus meinem Hostel mit einem Guide, der uns erneut in den Regenwald führt.

Im Licht seiner Taschenlampe findet er blitzschnell die nachtaktiven Tiere: Ein Faultier ist aus seiner Trance erwacht und kaut auf ein paar Ästen herum, eine Vogelspinne bewacht ihre Höhle, ein knallgrüner Frosch hüpft munter herum und ein Tukan versucht sich in einer Baumkrone zu verstecken. Entdeckt ihr die Stabschrecke und das Faultierbaby auf den Fotos?

Tag 225: Playa Tamarindo

Es wird Zeit, weiterzureisen! Am Busbahnhof treffe ich auf eine Deutsche, die genauso verwirrt wie ich den Bus zum Playa Tamarindo sucht. Gemeinsam finden wir den Richtigen und freunden uns auf der vierstündigen Fahrt zum Strand an.

Während wir übers Reisen, Spanisch sprechen, Studium und alles Mögliche quatschen, zieht neben uns am Fenster die Landschaft vorbei, die noch einmal viel grüner und üppiger ist als in Nicaragua. Nichts als dichten Urwald können wir erkennen, bis Bäume und Pflanzen plötzlich weniger werden und da, wir sind am Meer!

Ich bleibe ein paar Tage in Tamarindo, um mich auszuruhen und endlich mal den Reiseführer aufzuschlagen. Eigentlich ist der Ort als Partystädtchen bekannt, dank Nebensaison ist es an diesen Tagen aber sehr entspannt. Ich gehe morgens am Strand joggen, trinke Kokosnussmilch, fahre mit dem Boot rüber zum benachbarten Playa Grande und überlege mir eine grobe Route durch Costa Rica.

Tag 222: Liberia

Costa Rica! Das Projekt in Nicaragua ist abgeschlossen und endlich beginnt mein Backpacker-Leben.

Die letzte Phase an der Universidad de Managua war noch einmal richtig arbeitsintensiv: Wir haben die Multimedia-Reportagen im Programm Atavist erstellt, redaktionell bearbeitet und schließlich präsentiert im Auditorium vor dem kompletten Journalismus-Studiengang! Alle 23 Studenten haben meinen Kurs erfolgreich abgeschlossen. Hier findet ihr das Ergebnis unseres Blogs.

Nach Auslandssemester in Mexiko und Projekt in Nicaragua beginnt nun der entspanntere Teil meines Lateinamerika-Trips. Ohne feste Pläne fahre ich erstmal mit dem Bus nach Liberia in Costa Rica, rund zwei Stunden von der nicarguanischen Grenze entfernt.

Ich stolpere mit meinem Gepäck aus dem Bus, hole mir das erste costa-ricanische Bargeld aus dem Automaten (Haie, Affen und Faultiere auf den Scheinen, Umrechnungskurs 1 Euro = 662 Colones, fantastisch!) und finde ein gemütliches Hostel.

Im Innenhof erblicke ich eine Hängematte, in die ich mich fallen lasse. Ich habe eine schlaflose Nacht, eine siebenstündige Busfahrt und einen Walk durch Liberias Mittagshitze hinter mir. Erst einmal ausruhen und dann planen, was ich mir in Costa Rica anschauen möchte, denke ich, als mich eine Gruppe Mädels anspricht.

Die Vier kommen aus den Staaten, sind auch heute erst angekommen und wollen zum Strand Tacos essen und Sonnenuntergang schauen. Überredet! Eine Stunde später baden wir im Salzwasser des Pazifiks und beißen in die leckersten Fischtacos, die ich seit Mexiko gegessen habe.

Monica, Melissa, Alex und und Nicole stellen sich als meine Travel Buddies für die kommenden Tage heraus: Wir wandern durch den Regenwald, schwimmen in einem Wasserfall, probieren Casado und trinken Rum in Liberias Bars. Ein guter Start!