Tag 114: Acapulco

Der letzte Strandtrip! Ein allerletztes Mal geht es mit allen Austauschstudenten zusammen auf Reisen. Direkt nach der Prom Night, unserem Abschlussball, fahren wir am frühen Morgen nach Acapulco an der Pazifikküste mit einem Reisebus wie auf einer Klassenfahrt.

Der Trip ist für meinen Geschmack eigentlich zu touristisch: Wir übernachten in einem Wolkenkratzer-Hotel direkt am Strand, fahren Bananenboot und gehen abends in die Bars und Diskotheken. Aber ich genieße die letzte Reise mit meinen Mitbewohnern sehr. Es ist schon beeindruckend, wie sehr uns das Semester verbunden hat. Und wie schnell die Zeit vorbeigeht, wenn man Spaß hat …

 

Tag 105: Costa Esmeralda & Veracruz

Ich weiß nicht mehr, wer uns die Costa Esmeralda als tollen Strand empfohlen hat, aber diese Person hat sich grundlegend geirrt. Unser überteuertes Hotel befindet sich zwar direkt am Strand, dieser ist aber alles andere als einladend zum Baden.

Plastiktüten und leere Bierdosen liegen herum, viele der Hotels sind leer und teilweise eingestürzt. Wir müssen kilometerweit gehen, bis wir eine Bude mit Fisch-Tacos für unser Abendessen entdecken. Generell wirkt die komplette Region ziemlich verlassen, was sicherlich mit der aktuellen Situation der Drogenkartelle in dem Bundesstaat zusammenhängt.

Also packen wir am nächsten Tag unsere Sachen und hauen ab nach Veracruz. Wir finden eine schöne AirBnb-Wohnung und schauen uns das Zentrum an. Veracruz ist eine hübsche Küstentadt, die den wichtigsten Atlanktikhafen Mexikos besitzt. Den Hafen und den Hauptplatz zieren weiße Gebäude. Wir genießen die Seeluft und den Anblick der umherkreisenden Möwen, bevor es für mich zurück nach Puebla geht.

Tag 103: Huasteca Potosina

Nach einem kleinen Abstecher nach San Luis Potosí, einer hübschen Kolonialstadt, geht es weiter in die Huasteca Potosina, einer Regenwaldregion mit Wasserfällen, Seen und Höhlen. Sie liegt circa sechs Stunden nördlich von Mexiko-Stadt.

Übernachtet haben wir in Ciudad Valles, ein Ort, der an sich ziemlich hässlich ist, von dem aus aber Touren in alle Himmelsrichtungen der Huasteca Potosina gehen. Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen, mindestens drei Tage zu bleiben, um die Region richtig kennenzulernen. Wir hatten auf unserem Trip leider nur einen Tag Zeit und haben eine Tour zum beliebtesten Touristenziel gemacht: dem Jardín Surrealista de Edward James.

Mitten im Regenwald stehen hier Skulpturen, Säulen und Plattformen. Sie wurden von Edward James errichtet, einem britischen Künstler und Surrealisten. Surrealismus ist das Leitmotiv seines Skulpturenparks: Es gibt Treppen, die ins Nichts führen und unvollstandige Paläste. Was sich ziemlich seltsam anhört, ist einer der magischsten Orte, die ich in Mexiko gesehen habe. Wir klettern auf die Plattformen, verirren uns auf den Wegen und baden im anliegenden Wasserfall.

Auf dem Rückweg nach Ciudad Valles bringt uns unser Guide zum Sótano de las Huahuas – eine Höhle, zu der in der Abenddämmerung tausende Papageien fliegen, um dort zu übernachten. Begeistert beoachten wir die grünen Vögel, wie sie sich mit lautem Gekreische in die Höhle stürzen.

Tag 100: Guanajuato

Der nächste Besuch! Ich schwänze die dritte Woche meine Kurse an der Uni und fahre mit meiner Begleitung in Richtung Norden. Wir machen in Guanajuato Halt, um mexikanische Freunde zu besuchen, die wir aus Dortmund kennen.

Die Stadt ist total untypisch für Mexiko: Während die restlichen Städte in einem Schachbrettmuster angelegt sind, verlaufen die Straßen in Guanajuato kreuz und quer und Unterführungen und Brücken prägen das Stadtbild, was den Ort sehr sympathisch macht. Trotz Stadtplan verlaufen wir uns regelmäßig.

Schnell packt mich der Charme der Stadt. Nachdem wir die besten Chilaquiles gefrühstückt haben, die ich in Mexiko probiert habe, geben uns unsere Freunde eine kleine Führung durch das Zentrum. Es geht vorbei am Nationaltheater, an der Universität, die einem Palast gleicht bis zum lokalen Gemüsemarkt.

Abends fahren wir rauf auf einen Aussichtspunkt und schauen auf das Lichtermeer der Stadt hinab, bevor wir uns ins Nachtleben stürzen. Unsere Freunde ziehen uns von einer Bar in die nächste, bestellen uns Zitronen-Mezcal, Tequila und den süßlich schmeckenden Pulque. Retten kann uns nur noch ein Quesadilla-Stand auf dem Heimweg, bevor wir mit einem Reggaeton-Dröhnen in den Ohren ins Bett fallen.

Tag 94: Puerto Escondido II

Eigentlich bin ich kein Fan davon, zweimal an den gleichen Ort zu reisen. Bei Puerto Escondido kann ich einfach nicht anders. Dieses Paradies muss ich meinen Mädels zeigen. Übermüdet fallen wir aus dem 10 Stunden-Nachtbus von Oaxaca, legen unsere Rucksäcke im Strandhaus ab und fallen direkt in den Sand. Vier Tage übernachten wir am Strand Punta Zicatela.

Als wohl verdienten Abschluss unseres Trips verbringen wir die Tage damit, in der Sonne zu baden, Kokosnussmilch zu schlürfen und vom Boot aus Buckelwale, Delfine und Meeresschildkröten zu beobachten. Handy und Kamera lassen wir im Strandhaus.

Tag 92: Monte Albán

Nur rund 15 Minuten holprige Busfahrt von Oaxaca entfernt liegt Monte Albán. Es ist eine Ruinenstätte der Zapoteken, ein Urvolk Mexikos, das später von den Azteken dominiert wurde. Vor über 2.000 Jahren haben sie Monte Albán als Marktplatz errichtet.

Zu Ehren der Götter haben die Zapoteken in der Mitte und rings um den Platz kleine Pyramiden und Tempel erbaut, die wir beim Rundgang erklimmen. Die südliche Plattform ist die höchste Monte Albáns, das übersetzt „weißer Berg“ bedeutet. Von der Plattform aus haben wir eine tolle Aussicht auf das komplette Gelände. Wir schauen auf den ehemaligen Knotenpunkt der Handelsstrecke in Zentralamerika. Hier handelten die Urvölker frische Früchte, Tonvasen und Skulpturen.

Wir verlassen unseren Augmented Reality-Tagtraum, denn wir müssen zurück zur Unterkunft, um unsere Sachen zu packen. Nächster Halt: Puerto Escondido!

Tag 91: Hierve el Agua

Von Oaxaca aus machen wir eine Tour in Richtung Osten. Der erste Stopp ist Hierve el Agua, das anderthalb Autostunden entfernt liegt. Es ist das wohl größte Naturwunder des Bundesstaats: zwei riesige versteinerte Wasserfälle, die durch abgelagerten Kalk entstanden sind. Daneben: kleine Lagunen und durch Mineralien sprudelndes Wasser. Über unseren Köpfen kreisen Greifvögel und über den steinigen Boden huschen Eidechsen, während wir die Gegend erkunden.

Auf unserer Tour kommen wir am Árbol de Tule vorbei, ein 1.500 Jahre alter Baum. Genauer: eine Sumpfzypresse. Das Besondere an dem uralten Baum ist sein Stamm. Mit den Jahren hat er einen Durchmesser von  14 Metern erreicht, was ihn zum dicksten Baum der Welt macht.

Auf dem Rückweg machen wir Halt bei einer Mezcal-Fabrik. Wir lernen, wie das traditionelle Getränk hergestellt wird: Ähnlich wie Tequila wird es aus Agaven gewonnen. Am Ende der Führung darf natürlich die Verkostung nicht fehlen.

Wir probieren Mezcal verschiedener Jahrgänge, mit Geschmacksrichtungen wie Zitrone und Ananas und Mezcal mit einem Wurm drin. Ja richtig, ein Wurm! Er wird lebend in die Flasche gelassen und gibt dort sein Aroma ab. Der Wurm-Tequila ist aber noch relativ harmlos  es werden auch Varianten mit Skorpion und Schlange angeboten. Schockiert und begeistert zugleich, und mit einer leichten Zitronenmezcal-Fahne (wirklich empfehlenswert!) fahren wir zurück nach Oaxaca.

Tag 90: Oaxaca

Meine Mädels sind zu Besuch! Zusammen mit Katrin und Johanna geht’s in den Bundesstaat Oaxaca. Zunächst in die Hauptstadt Oaxaca de Juárez, die mit einem wunderschönen Zentrum überrascht.

Rund um den Zócalo, den Hauptplatz, befindet sich eine Fußgängerzone mit Cafés und kleinen Läden. Wir setzen uns in eins der Restaurants und bestellen uns das typische Gericht aus Oaxaca, das ich bereits aus Puerto Escondido kenne: Tlayuda.

Die Spezialität kann man sich wie eine riesige Pizza vorstellen: Eine knusprig gebackene Maistortilla bestrichen mit Bohnenmuß und belegt mit Tomaten, Avocado und dem Fleisch seiner Wahl. Dazu: Salsa. Einfach zusammenklappen und reinbeißen. Doch Vorsicht: Nur wer richtig hungrig ist, sollte sich eine ganze Tlayuda bestellen.

Beim Essen schauen wir dem Treiben auf dem Platz zu: Kinder spielen Fangen und verlieren dabei die Hälfte iher Zuckerwatte, die sie in der Hand halten. Schuhputzer sitzen zeitungslesend an den Ecken des Platzes und warten vegeblich auf neue Kundschaft. Im Pavillon in der Mitte spielen Straßenmusiker.

Weiter geht’s durch eine weitere Fußgängerstraße in Richtung Santo Domingo-Kirche. Auch hier reihen sich kleine Klamotten- und Bücherläden aneinander. Plötzlich hören wir Musik aus einer Querstraße. Wir biegen ab und treffen auf einen Umzug! Frauen tanzen in bunten traditionellen Kleidern, die Männer geben mit Posaune und Tommel den Takt.